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Geschichte

Das Wort Güllesheim kommt her vom althochdeutschen Wort „Jules – Jul, Winter“. Unsere Vorfahren feierten von Ende Dezember bis zum 6. Januar
die sogenannten zwölf heiligen Nächte und in diesen das Julfest.

Zu Beginn des Frühlings wurde in den Umzügen der Jules (Winter) verjagt. Da die erste Ansiedlung im heutigen Güllesheim nach Norden lag, also amNordabhang von Horhausen und dort der Schnee länger liegen blieb, wurde die Siedlung Julesheim genannt. Später entwickelte sich dann die Schreibweise Güllesheim.

Güllesheim ist eine alte fränkische Siedlung, daher die Bezeichnung „heim“.  Die Franken legten die ersten Siedlungen nur an geschützten Stellen, an denen auch Wasser war, an. Daher standen die ersten mit Stroh oder Schilf gedeckten Hütten im Bereich der Lindenstraße wo heute der Brunnen steht.

Zuvor waren auch römische Soldaten in unserer Gegend. Diese hatten Befestigungsgräben und Wälle angelegt. Solche Wälle waren bis etwa 1900 in den sogenannten „Birken“ zwischen dem Gelände des früheren Bürgermeister Paul Schmidt und der heutigen Kapelle zu sehen. Später, etwa um 1900, wurden die sogenannten „Birken“ von der Gemeinde zum Bauen freigegeben und damit verschwanden Birken, Eichen und Römerwälle.

Eine Viertelstunde unterhalb von Güllesheim, östlich von der „Böckheck“, stand bis zum 30-jährigen Krieg ein aus 3 – 4 Häusern bestehendes „Kirtorff“, das in der Pestzeit 1632 untergegangen ist. Die Feldfluren “Wahnell, Mattenhahn und Bärnshöhnchen“ gehörten zum Dorf.

 

Güllesheim kann auf eine lange Geschichte zurückblicken. Bereits 1250 wurde in den Heberollen des Marienstifts (Abtei „Hervorden“ – Herford) die „curia“ Güllesheim erstmals erwähnt. Jedoch deutet deren Text daraufhin, dass der Hof schon längere Zeit bestand.

Die Fürstabtei Herford erbaute zunächst einen größeren Hof in Leutesdorf. Vonhier aus gelang es den Stiftsfräulein dieser Abtei in Güllesheim einen Hof anzulegen, deren Güter sie möglicherweise geschenkt erhielten aus Anlass des Eintritts in die klösterliche Abtei.

Der Leutesdorfer Hof wurde als Verwaltungsstelle aller Güter angesehen.

Der Hof in Güllesheim wurde zunächst als „curia Gundelshagen“, später als
Godelshagen ausgewiesen.

Der Meier in Güllesheim konnte seinen Besitz um ein beträchtliches vermehren.
Auch die Bindung zu Leutesdorf schien sich gelockert zu haben.

Im Jahre 1293 wurde das Officiat Güllesheim nochmals an Siegfried von Leutesdorf vergeben. Als Vermittler trat dabei Gerlach von Isenburg und der Vogt von Leutesdorf, Werner, auf. Offensichtlich hatten die Herren von Niederisenburg, die auf Arenfels residierten, ein größeres Interesse daran, den Güllesheimer Besitz der Herforder Stiftsfräulein sich zu bringen. Dies scheint ihnen auch spätestens 1336 gelungen zu sein. Jedoch bestätigte Gerlach von Isenburg noch in der Mitte des 14. Jahrhunderts, dass er zwar die Güter zu Güllesheim nutze, aber die Fürstabtei zu Herford der rechtmäßige Eigentümer sei.

Im 15. Jahrhundert rangen die Grafen zu Wied und die Herren zu Arenfels um den Hof zu Güllesheim. Der Graf zu Wied zog jedenfalls 1432 den Kürzeren.

Die Spur der Güllesheimer Besitzungen verliert sich sodann, bis es den wiedischen Grafen gelungen war, den Hof zu Güllesheim mit den dazugehörigen Mansen mit den Besitzungen zu Horhausen zu vereinigen. Somit bestimmte die Herforder „curia Gundelshagen“ im wesentlichen geschichtlich die ersten Tage von Güllesheim.

1815 zählte das Dorf noch 94 Einwohner; 2014 leben hier fast 700 Einwohner.